Ein Erfahrungsbericht

Merle Mueller-Knapp (Germany, AC 08-10), Gala von Nettelbladt (Germany, AC 08-10)

Beerensammeln.
Toleranz.
Chemielaborbericht um 3 Uhr morgens.
Im Meer um Mitternacht.
Diskussionen im Dayroom bis 4 Uhr morgens.
 “This is CAVRA search and rescue, shout if you can hear us”
Akzeptanz.
Marode Gebäude.
Rettungsschwimmen im Bristol Chanel bei 7 Grad Celsius Wassertemperatur.
Amnesty International Straßentheater in Cardiff.
Lagerfeuer.
Malen im Art Department nach Check-In.
Gemeinschaft.
Identitätskrise.
Kind sein.
Erwachsenwerden.
Zuhause sein und Heimweh haben.
Schlafmangel.
Hauskrieg mit Wasserbomben.
Singen im Altenheim.
Aufeinanderprallen verschiedener Moralvorstellungen.
Im Hagel am Strand.
Protest.
Kulturschock.
80 verschiedene Nationalitäten.
Verstehen.
Schmerzhafte Debatten.
Realität.
Mit drei Leute in einem Zimmer leben: japanisch, nigerianisch, britisch, deutsch.
Kochen auf Chinesisch.
Idealismus.
Desillusionierung.
Verantwortung.
Kampf gegen unwillig geldfressende Waschmaschinen.
Sprachbarrieren.
Glücksgefühl.
Israel-Palästina Projektwoche.
Rugby.
Erschöpfung.
Servicewochenende mit achtstündiger Paddelodyssee.
Picknick auf den Klippen.
Dead Poet Society.
Schultüten für die First-Years.
Der Versuch Gefühle mit einem Schnappschuss festzuhalten.
Mathematische Gleichungen.
National Evenings.
Grenzerfahrungen.
Haensel und  Gretel auf Englisch.
Tanzen mit blinden Kindern.
Einzigartig.
Kuchenbacken ohne Eier oder Milch.
Pubabende.
360-stimmiges “Happy Birthday” in der Dinning Hall.
Infragestellen eigener Überzeugungen.
Thunfisch-Erdnussbutter-Sandwich.
Nervenzusammenbruch im Anbetracht des sich auftürmenden Hausaufgabenbergs.
Fragen.
Lernen außerhalb des Klassenraums.
Hummerzüchten und Imkerei.
Unibewerbungsstress.
Zukunftsangst.
Magisch.
Porridge zum Frühstück.
Ankommen.
Zu Fuß auf den höchsten Berg in Wales und Blasen an den Füßen.
Krisengespräche im Trockenraum.
Kürbiswettwiegen.
Zum Geburtstag in den Outdoor Pool geschmissen werden.
Bogenschiessen mit Grundschülern.
Enttäuschung.
Neoprenanzugausziehtechnik erlernen.
Umweltfanatisch.
Zuhören.
Fasten.
Fundraising.
Stürmische Umarmungen.
Emotionen.
Ehrlichkeit.
Iranischer Tanz.
Barfuss.
Bunt.
Laut.
Weltmusik.

Die deutsche Sprache umfasst schätzungsweise 500 000 Wörter, und trotzdem erscheint es unmöglich, das Erlebnis zweier Jahre am Atlantic College zu beschreiben. Vielleicht sollte man einfach nicht versuchen manche Dinge in Worte zu fasse. Man muss sie Erleben.  

AC ist eines dieser Dinge.

-United World College Student Magazine-

One thought on “Ein Erfahrungsbericht

  1. Hallo! Ich war AC 80-82 und gerade im Net auf der Suche nach einer Ex-Schülerin, die ähnliche Arbeit wie ich macht (Obdachlosenhilfe/Sozialarbeit) als ich auf diesen Text traf: Ich fühle mich wie damals, so genau hat es noch niemand seither mit Worten getroffen. Aber keine Angst: Es wird nicht schlimmer – nur intensiver!

    Falls ihr mal nach München kommt meldet euch:

    LG: Frauke Bülow-Janowitz
    Obdachlosenhilfe im Haneberghaus
    Kloster St. Bonifaz
    München

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